Sonntag, 3. März 2013
Gedanken zur Verabschiedung des "Leistungsschutzrecht "
"Google-Suche nach Leistungsschutzrecht nicht zulässig" [Artikel auf Golem.de]
Ich bin mir fast sicher, dass vielen Politikern aus dem Bundestag nicht klar ist, was sie da so für ein Gesetz für dieses "Internetz" verabschiedet haben. So langsam gelange ich zusätzlich zu der Ansicht, dass die Initiatoren des Leistungsschutzrechtsgesetzes, sprich die Zeitungsverlage keinen Schimmer haben, was sie eigentlich genau wollen. Ist denen eigentlich klar, dass sie von der Verbreitung ihrer Texte abhängig sind? Wissen sie, dass sie es verpasst haben sich rechtzeitig der neuen digitalen Zeit anzupassen und jetzt daher einfach akzeptieren müssen sich hinten anzustellen. Die großen Verlage hatten es vor ca. 10 Jahren selbst in der Hand das Internet kreativ mitzugestalten und Sie haben ihre Chance vertan. Es war doch klar absehbar welchen Weg die Printmedien gehen werden. Wer das nicht erkannt hat oder einfach nicht reagiert hat, hat es verdient der Entwicklung nun machtlos von außen zusehen zu müssen.
Sich jetzt hinzustellen, den Buhmann zu geben und mit dem Gesetz das "gewohnte Stück vom Kuchen" einfordern zu wollen, mutet nicht nur frech an, sondern geht auch ein ganzes Stück an der Wirklichkeit vorbei.
Ich nehme mal meine Kristallkugel hervor und wage einen Blick in die nähere Zukunft und sehe, dass wenn Google seine Newssuche wie gefordert kappt, die Zahl der Besucher auf den Zeitungsseiten dramatisch einbrechen würde. Niemand kauft mehr die dort befindlichen (und häufig überteuerten) Artikel. Damit wäre für die Verlage der zarte Zweig der Onlinevermarktung ohne Zweifel recht schnell vertrocknet. Die "analoge" Zeitungsleserschaft, als das Hauptstandbein der Verlage wird irgendwann in die Jahre kommen und die Papierzeitung wird ein Relikt aus vergangenen Zeiten sein. Die Telefonzellen der Zeitungsindustrie. Im Internet wird relativ rasch ein eigenes Netz aus Presseagenturen entstehen, welche ihre Inhalte zum großen Teil von freischaffenden Bloggern und Socialnetwork-Postern beziehen. Die Güte und damit ein gewisses Maß an Neutralität dieser Beiträge von "Neo-Journalisten" wird vermutlich von Leser-Bewertungen gewährleistet., welches den heutigen Bewertungssystemen auf Ebay und Amazon ähnelt. Dadurch wird die journalistische Realität dann zwar ausschließlich durch die Masse der Leserschaft bestimmt und nicht mehr durch "seriöse" Medienmacher, aber hey, an dieser Tatsache wird wohl fast niemand Anstoß nehmen.
Also liebe Verlage, was darf es denn nun sein? Ganz bescheiden das "Täglich Brot" oder ein "letztes Ma(h)l das 5 Gänge Menü?
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